Riester-Produkte: Große Unterschiede bei der Rentenhöhe
Wer die Riester-Förderung in Anspruch nehmen möchte und im Alter die gesetzliche Rente mit der Riester-Rente aufbessern will, der steht vor der Wahl des passenden Riester-Produktes. Denn es gibt Versicherungslösungen, Fondssparpläne und Banksparpläne. Keine leichte Wahl, denn die Unterschiede bei der späteren Rentenleistung können erheblich sein. Unterschiede bei der zu erwartenden monatlichen Rentenzahlung von deutlich über 30 % sind keine Seltenheit.
Die Ursache dafür liegt in den verschiedenen Anlagekonzepten die bei der Riester-Rente angeboten werden. Die Anlagekonzepte lassen sich gut in zwei Kategorien aufteilen: „Zinsprodukte“ und „Fondsprodukte“.
Zinsprodukte – stabiler Wertzuwachs, sicherheitsorientierte Anlagestrategie
Sie stehen für stabilen Wertzuwachs und sind für den eher sicherheitsorientierten Anleger gut geeignet. Dazu zählen die Klassische Riester-Rentenversicherung und der Riester-Banksparplan. Die klassische Riester Rentenversicherung ist mit einer garantierten Verzinsung von 2,25 % ausgestattet und bereits bei Abschluss des Vertrages wird eine garantierte Rente zugesichert. Diese garantierte Rente kann durch die von der Gesellschaft erwirtschafteten Überschüsse noch deutlich erhöht werden.
Die Verzinsung beim Riester-Banksparplan ist in der Regel variabel, kann also jederzeit nach unten oder oben vom Anbieter angepasst werden. Wichtig zu wissen ist daher, nach welchen Kriterien sich die Zinssätze verändern. Einige Anbieter bieten Sparpläne mit direkter Kopplung an die Umlaufrendite, die börsentäglich ermittelt und veröffentlicht wird. Diese Angebote sind transparent, der Sparer kann davon ausgehen, dass sein Riester-Banksparplan marktüblich verzinst wird. Bei Riester-Banksparplänen fallen kaum Kosten an, sie sind aber nach wie vor nicht bei jeder Bank erhältlich.
- Fondsprodukte: Aussicht auf die höchsten Renten – renditeorientierte Riester-Rente
Zu den Fondsprodukten zählen der Riester-Fondssparplan und die fondsgebundene Riester-Rentenversicherung. Beide Produkte verfolgen eine renditeorientierte Anlagestrategie und möchten dem Anleger eine möglichst hohe zusätzliche Rente in Aussicht stellen. Damit die gesetzlich vorgeschriebene Beitragsgarantie bei Rentenbeginn sichergestellt werden kann, gibt es bei den Anbietern vergleichbare Anlagekonzepte. Ein Teil des Beitrags fließt in sicherheitsorientierte Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere oder Rentenfonds. Der andere Teil wird in renditeorientierte Anlagen wie Aktienfonds investiert. Die Höhe und Bestimmung der Aktienquote ist je nach Anbieter unterschiedlich und hat großen Einfluss auf den Anlageerfolg. Dynamische Anlagekonzepte, die teilweise sogar börsentäglich die Aktienquote der Anlage bestimmen und zwischen den sicheren und den chancenorientierten Anlagen hin- und herschichten, versprechen die höchsten Renditechancen.
Der wesentliche Unterschied der beiden Riester-Fondsvarianten liegt bei den Kosten und der Möglichkeit selbst die Fondsauswahl zu bestimmen. Bei fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen können die Anleger ihre Fonds selbst aus einem breiten Fondsportfolio aussuchen, dies ist bei den Fondssparplänen nicht möglich. Dafür sind die Riester-Fondssparpläne kostengünstiger als die Versicherungen und bieten die höchsten Renditechancen.
In einer Beispielrechnung haben wir die Renten von drei von Finanztest (10 und 11/2009) empfohlenen Produkten verglichen:
Beispielangaben: Testperson: Weiblich, 35 Jahre, ledig, 42.000 Euro Vorjahreseinkommen, Rentenbeginn mit 67 Jahren, Laufzeit 32 Jahre, Versicherungsbeginn 01.04.2010, keine Kinder. Gleichbleibende Wertentwicklung bei fondsgebundener Rentenversicherung und Fondssparplan: 6 %.
Aus dem Einkommen ergibt sich ein zulagenoptimierter Beitrag (für maximale Zulagen, 4% des Einkommens) von 127,17 Euro. Vorausgesetzt dieser Beitrag, zuzüglich der Grundzulage von 154 Euro jährlich, wird bis zum Rentenbeginn eingezahlt, ergeben sich folgende Rentenhöhen:
Eine garantierte Mindestrente wird bei allen Produkten zugesichert, diese fällt mit 274 Euro bei der klassischen Rentenversicherung am höchsten aus. Um die optimale Lösung für die persönliche Situation zu finden, ist ein Vergleich der Produkte empfehlenswert.
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