Umfrage: Anleger definieren Sicherheit bei der Geldanlage sehr unterschiedlich

29.07.10

Das Sicherheitsbedürfnis der Privatanleger ist infolge der Finanzmarktkrise deutlich gestiegen. Dies gaben 59 Prozent der Befragten bei einer von Union Investment beauftragten repräsentativen Umfrage von 1.000 deutschen Haushalten im April 2010 an. Für die restlichen 41 Prozent spielt das Thema Sicherheit bei der Geldanlage die gleiche Rolle wie vor der Finanzmarktkrise. Sicherheit wird dabei jedoch durchaus unterschiedlich definiert.

Sicherheitsbedürfnis bei der Geldanlage sehr hoch

Für die überwiegende Mehrheit von 92 Prozent bedeutet Sicherheit, dass sie das eingesetzte Kapital auf jeden Fall erhalten können.„Viele Menschen legen ihr Geld daher auf Tagesgeldkonten an, die aber aktuell nur sehr geringe Zinsen bringen", erläutert Klaus Riester, Leiter Vertrieb bei Union Investment. „Zeigt man den Menschen jedoch Alternativen zu dem intuitiv genannten Anlagebedürfnis auf, sind viele höheren Renditechancen gegenüber aufgeschlossen", so Riester weiter. Entsprechend wollen nur ein gutes Drittel dieser Anleger das angelegte Kapital jederzeit vollständig erhalten und verfügbar wissen. 43 Prozent hingegen beziehen diesen Wunsch lediglich auf das Ende der Laufzeit einer Anlage. Zwischenzeitliche Kursschwankungen würden in Kauf genommen. Immerhin 23 Prozent akzeptieren sogar klar begrenzte Verluste, wenn sich ihnen dadurch die Chance auf höhere Renditen bieten.

Eine große Herausforderung für die Anleger stellen die Wertschwankungen der Geldanlage dar. 72 Prozent der Befragten halten ihre Anlage für sicher, wenn diese möglichst wenig Schwankungen unterworfen ist. Zu beobachten ist hier eine klare altersabhängige Abstufung. Während jüngere Anleger von 18 bis 40 Jahren eher bereit sind, Wertschwankungen zu tolerieren (31 Prozent), ist die Akzeptanz der Volatilität in der Altersklasse ab 56 Jahren am geringsten ausgeprägt (26 Prozent). „Auf dieses Bedürfnis muss die Finanzbranche reagieren. Wir brauchen renditestarke Produkte, die gleichzeitig die Schwankungen für den Anleger im erträglichen Rahmen halten", erläutert Riester.

Die Definition von Sicherheit geht über die genannten Punkte aber deutlich hinaus. Für 53 Prozent der Anleger bedeutet Sicherheit nämlich auch, dass sich ein Experte um ihre Geldanlage kümmert, weil sie nach ihrer Einschätzung zu wenig Zeit, Lust oder Fachkenntnisse dafür haben. Zu erkennen ist ebenfalls, dass Frauen häufiger als Männer keine Zeit oder kein Interesse haben, sich mit Finanzmärkten und ihren Geldanlagen zu beschäftigen. Weibliche Anleger (77 Prozent) vertrauen in der Verwaltung ihrer Anlagen eher einem Experten als die männlichen Befragten (48 Prozent).

Quelle: Union-Investment

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