10 Tipps für die richtige Altersvorsorge
Altersvorsorge ist ein komplexes Thema, das mit seinen zahlreichen Bedingungen und Regelungen für viele Menschen eine ziemliche Hürde darstellt. Die 10 Tipps zur Altersvorsorge sind eine Zusammenfassung der wichtigen Schritte, die auf dem Weg zur eigenen Vorsorge berücksichtigt werden sollten. Mit weiterführenden Informationen und konkreten Entscheidungshilfen. Kurz und knapp zusammengefasst und angelehnt an die Initiative "Altersvorsorge-macht-Schule".
Tipp 1: Bestandsaufnahme der Ist-Situation
Welche Beträge stehen eigentlich für die Altersvorsorge zur Verfügung und welche Vorsorgeverträge sind möglicherweise bereits vorhanden. Ein Bestandsaufnahme bereits vorhandener Vorsorgeverträge und eine Einnahmen/Ausgaben-Rechnung sollten vor den weiteren Vorsorge-Planungen erfolgen. Als gesetzlich Rentenversicherter, der bereits mind. 5 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann man den jährlichen Renteninformationen die voraussichtliche Rentenhöhe entnehmen.
Tipp 2: Wer früh einsteigt muss weniger aufwenden
Je länger man mit dem Beginn der eigenen Altersvorsorge wartet, desto mehr muss man später an Sparbeiträgen aufwenden. Für ein Endkapital von 100.000 Euro muss ein 20-jähriger bis zum 65. Lebensjahr monatlich 50,81 Euro zurücklegen. Er hat dann 27.437 Euro aus eigenen Mitteln angespart, den Rest in Höhe von 72.563 Euro steuern Zins uns Zinseszins bei. Ein 50-jähriger muss für das gleiche Sparziel für einen Zeitraum von 15 Jahren monatlich 376 Euro und damit 67.680 Euro ansparen, und bekommt damit nur noch 32.320 Euro an Zins und Zinseszins.
Quelle: DIA 2005
Tipp 3: Risikoabsicherung geht vor
Altersvorsorge dient dazu, den gewünschten Lebensstandard im Alter abzusichern. Bevor Sie jedoch für die Zukunft sparen, sollten Sie die Risiken der Gegenwart absichern. Dazu gehört:
- Haftpflichtversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Risikolebensversicherung (Absicherung der Familie)
Tipp 4: Liquiditätsreserven berücksichtigen
Wer kennt das nicht. Die Waschmaschine gibt den Geist auf, eine größere Autoreparatur steht an. Diese Situationen kommen immer ungelegen. Sind dafür keine Reserven vorhanden, ist ein Kredit manchmal unvermeidlich. Der kostet in aller Regel aber mehr, als sich durch eine Geldanlage erwirtschaften lässt. Für das Parken und Ansammeln von Liquiditätsreserven eignen sich hervorragend Tagesgeld, Festgeld oder Laufzeitanlagen.
Tipp 5: Lebensplanung
Ihre Wünsche oder Vorstellungen über Ihre Zukunftsplanung sollten ebenfalls in die Planung einfließen. Insbesondere bei der Bestimmung der richtigen Vorsorgeprodukte ist es wichtig, sich Gedanken über die Zukunftsplanung gemacht zu haben. Je präziser die Vorstellungen sind, je konkreter kann die Wahl der geeigneten Produkte ausfallen. Je weniger konkret, desto flexibler sollte das zu wählende Produkt sein.
- Eckpunkte für die Lebensplanung
>Familienplanung, Heirat, Kinder
>Berufliche Entwicklung, Selbständigkeit, Auslandsaufenthalt
>Eigenheim
>Rentenbeginn.
Tipp 6: Staatliche Förderung mitnehmen.
Mit der Riester-Rente, der Rürup-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge gibt es verschiedene Förderwege, die für unterschiedliche Zielgruppen interessant sind. Ziel ist es, den geeigneten Förderweg zu finden und die höchste Förderung in der Sparzeit und die höchste Rente in der Rentenzeit zu finden. Das klingt logisch, ist aber nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Um dabei sicher zu gehen und den besten Förderweg zu ermitteln, gibt es den Schichten-Rechner, der für jeden Sparer den effektivsten Förderweg errechnet. Er berücksichtigt die verschiedenen Fördervarianten und die Besteuerungsrichtlinien. Sowohl für die Zeit des Sparens, als auch in der Rentenzeit. Damit weiß man genau, welche Vorsorge-Strategie am besten passt.
Tipp 7: Eigenes Risikoprofil bei der Produktwahl
Hat man den richtigen Förderweg gefunden, dann folgt die Entscheidung für eine bestimmte Anlageform. Dabei ist wichtig, wie hoch die eigene Risikobereitschaft ist. Darf die Anlage Fonds enthalten, welche Garantien sollten unbedingt vorhanden sein? Versicherungen, Fonds- oder Banksparplan, es gibt verschiedene Anlagekonzepte. Wichtig ist, dass das Anlagekonzept zum persönlichen Risikoprofil passt und dass es transparent und nachvollziehbar ist. Denn sollte die Lebensplanung z.B. die Anschaffung eines Eigenheimes vorsehen, so hat das bei der Riester-Rente Einfluss auf die Wahl der Anlageform. Mit Hilfe von objektiven Informationen über Verbraucherportale und Institute lassen sich viele hilfreiche Informationen über Rendite, Risiko, Garantien und Kosten finden. Eine Zusammenfassung der Unterschiede und Testsiegerprodukte findet sich auf SelberVorsorgen.de unter: Riester-Produktfinder, Rürup-Produktfinder, Private-Rente-Produktfinder.
Tipp 8: Informieren und vergleichen
Ist man in der Vorsorge-Planung hier bereits angekommen, geht vielen Vorsorge-Sparern schon mal die Puste aus. Jetzt bloß noch einen Vertrag abschließen… Doch die Anbieter von Vorsorge-Produkten unterscheiden sich gerade bei den Bedingungen und den Kosten, Unterschiede bei der Rentenhöhe von 10 – 20 % sind keine Ausnahme. Ein Vergleich der Anbieter ist daher vor Abschluss unbedingt zu empfehlen.
Tipp 9: In Notsituationen nicht gleich kündigen
Finanzielle Notlagen, Jobverlust, das sind Situationen wie sie immer häufiger vorkommen. Dennoch gilt, dass eine vorschnelle Vertragsauflösung meist teuer wird. Förderungen die möglicherweise zurückgezahlt werden müssen, Verluste durch Kostenbelastungen in den ersten Jahren, eine vorzeitige Kündigung kann teuer werden. Bei den meisten Verträgen kann man für solche Situationen Änderungen vornehmen. So kann der Vertrag „ruhen“, es müssen dann keine Beiträge gezahlt werden, aber die bis zu dem Zeitpunkt erwirtschafteten Ansprüche bleiben erhalten.
Tipp 10: Belohnung
Wenn man bis hierher nicht nur gelesen, sondern vielleicht sogar gehandelt hat, dann Glückwunsch. Jetzt müsste die Aufforderung zur regelmäßigen Überprüfung folgen, denn ändert sich etwas an der Lebenssituation, hat das möglicherweise auch Einfluss auf die Altersvorsorge. Aber das ist dann ein anderer Leitfaden…
Nützliche Entscheidungshilfen:
1. Schichten-Rechner
2. Produktfinder
3. Anbieter-Vergleich
Von: Nicole Lüdtke
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